Musiker, Kämpfer, Historiker

Enoch zu Guttenberg an der Heimatfront
Neulich Thema im „Länderreport“ auf Deutschlandradio Kultur: die Energiewende in Bayern und dabei inbesondere der lokale Widerstand gegen den Bau von Windkraftparks. Dort an vorderster Front mit dabei: Enoch zu Guttenberg (der sich auf seiner Homepage allen Ernstes als „Musiker, Kämpfer, Enthusiast“ betitelt). Guttenberg verglich in einer in der Reportage zu hörende Rede die „Heimatzerstörung“ durch die Windkrafträdern mit derjenigen von Dresden durch alliierte Bomberpiloten. Im vergangenen Jahr hatte der Mann im Zusammenhang mit der Plagiatsaffäre um seinen Sohn bemerkt, dass er eine vergleichbare „Menschenjagd“ seit 1945 nicht erlebt habe.

Katholische Arbeitsethik

Die Iren

(Anti-)Civilization

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Die Welt im Jahr 3991
Ein schönes Fundstück im Internet: da hat jemand tatsächlich über zehn Jahre hinweg an einem einzigen Match des Strategieklassikers „Civilization II“ gespielt. Herausgekommen ist dabei gewissermaßen eine Langzeitsimulation darüber, wie die Welt in 2000 Jahren aussehen wird. Das Ergebnis: drei Supernationen sind übrig – zwei Theokratien und ein kommunistisches Regime (immerhin); das Klima ist im Eimer und es herrscht permanenter Nuklearkrieg…der Blogeintrag im Original: (mehr…)

L’avant-garde est derrière nous

Der Hipster als Revolutionär
Mark Greif, der „Chronist der Occupy-Bewegung“ und „Amerikas neuer Lieblings-Intellektueller“, meint in einem Interview mit dem FAZ-Hochschulanzeiger – Zentralorgan für Themen, die regelmäßig für Tumulte in den hiesigen Wohngemeinschaften sorgen – über eine mögliche Wiederbesetzung des Zuccotti Parks mit seiner Beteiligung: „Ich werde als Demonstrant aktiv werden, so oft ich nur kann, aber ich bin von größerem Nutzen für die Bewegung, wenn ich am Schreibtisch arbeite.“ Denn dort kann er Bücher etwa über Hipster verfassen. Das erinnert an die Diskussion zwischen Jean-Paul Sartre und dem französischen Chef-Maoisten Pierre Victor in den 1970er Jahren (später wurde das Gespräch unter dem Titel „Der Intellektuelle als Revolutionär“ als Buch veröffentlicht); Victor legte darin dem Philosophen nahe, die Arbeit an seiner Flaubert-Monographie ruhen zu lassen, um stattdessen einen „volkstümlichen Roman“ zu schreiben – den Massen sei damit besser gedient. Wie doch die Zeiten sich ändern.

Hochkultur in der ARD

Waldis Club
Es gibt viele Möglichkeiten, offene Türen einzurennen. Beispielsweise indem man den Verfall der Kultur beklagt. Die Infantilisierung der Gesellschaft. Oder auch die Verschwendung von Steuergeldern, speziell der GEZ-Gebühren. Besonders gegen-den-Strom-gedacht ist es also nicht, sich über die staatliche Alimentierung einer Sendung zu empören, die die ARD mittlerweile schon traditionell nach ihren Fußballübertragungen während Welt- und Europameisterschaft im Programm hat. Die Welt wird dadurch nicht besser, wenn wir hier festhalten, dass „Waldis Club“ nicht nur ein Stelldichein abgehalfteter Ex-Kicker und nicht minder abgehalfteter leider-noch-nicht-ex-Comedians ist. Dass es sich dabei um einen völlig überflüssigen Fernsehstammtisch handelt, dessen Moderator, der sogenannte Sportjournalist Waldemar Hartmann, wegen seiner anbiedernden Gesprächsführung den Spitznamen „Die Duzmaschine“ trägt, seit einem verunglückten Interview mit einem Bundestrainer Werbepartner einer Brauerei ist und dem unglückseligerweise irgendjemand – er möge in der Hölle schmoren! – den Floh ins Ohr gesetzt haben muss, er habe eine komische Ader. (mehr…)