Ein Juwel sehen, wo nur ein Scheißhaufen ist

„Kulturkonsum ist der verzweifelte, verrückte Versuch, eine beschissene Welt >groovy< zu finden, dem Horror einer sterilen, bewusstlosen Existenz zu entrinnen. >Kultur< ist eine Beruhigungspille fürs Ego der Ignoranten, eine Rechtfertigung fürs passive Zuschauen; diese Leute können sich viel darauf einbilden, die >höheren< Dinge zu bewundern, ein Juwel zu sehen, wo nur ein Scheißhaufen ist (und für ihre Bewunderung wollen sie selbst bewundert werden). Ohne den Glauben, irgend etwas ändern zu können, resigniert vor dem Status quo, müssen sie Schönheit sehen, wo Dreck ist, denn voraussichtlich werden sie nie etwas anderes haben als Dreck."
Valerie Solanas, Manifest der Gesellschaft zur Vernichtung der Männer

Logik der Leitkultur

In Frankfurt ist ein Polizist von vier Jugendlichen mit „Migrationshintergrund“ krankenhausreif geschlagen worden, die Freien Wähler in Hessen erklären infolgedessen die „Multikultigesellschaft“ für gescheitert. Weil man nämlich weiß: In Ländern ohne Multikulti, sagen wir: Pakistan, gibt es keine Kriminalität.

Salvador Dalí

Dali1
Le Jeu lugubre – Das finstere Spiel
„Jeden Morgen beim Aufwachen erfahre ich eine erlesene Wonne…: die Wonne, Salvador Dalí zu sein, und ich frage mich hingerissen, was er heute wohl Wunderbares vollbringen wird, dieser Salvador Dalí.“

Polenz und die „jüdische“ Lyrikerin

Diese Geschichte (hier und hier) ist nahezu unglaublich…

Wer hat Angst vorm schwarzen Mann?

Bernd Graff feuilletonisiert in der SZ über die Siegerpose, die Mario Balotelli nach seinem Treffer zum 2:0 bei dem EM-Halbfinalspiel zwischen Italien und Deutschland eingenommen hat. An sich eine reizvolle Idee; tatsächlich würde ich gerne einmal eine Dissertation zur „Kulturgeschichte des Torjubels von 1950 bis 2012″ lesen – man muss nur einmal ein bisschen bei Youtube recherchieren, um zu sehen, auf was für skurille Ideen manche Kicker kommen. (Ein entfernter Bekannter von mir hatte einmal den festen und zweifellos geschmacklosen Vorsatz, nach seinem nächsten Tor – er war Amateurfußballer – einen Sturmhaube aus seiner Hose zu kramen und aufzusetzen, um anschließend mit einer fiktiven Maschinenpistole auf seine herbeigeeilten Mitspieler zu schießen, die dann einer nach dem anderen zu Boden gehen sollten). Graff allerdings jubelt bei seiner Interpretation Balotelli unter der Hand eine faschistische Attitüde unter. Das fängt schon mit der Überschrift an: „Triumph der Erstarrung“. Gleich zu Beginn ist von „purer Archaik“ die Rede, später heißt es: „Die Erstarrung Balotellis ist Urzeit.“ (mehr…)